Am 12. August 2010 ist Manfred Bitzer, langjähriges Mitglied und Gründer unseres Nostalgie-Rhein-Express, ganz unerwartet von uns gegangen.
Vor 40 Jahren, am 17. April 1970, ist Manfred dem Verein Eurovapor beigetreten. Mit der Gründung und dem Betrieb des Eurovapor-Fotodienstes (später Boutique genannt) hat er mit dem Verkauf von Postkarten, Eisenbahnlaternen und übrigen Souvenirs einen grossen Beitrag zur Verbesserung der Eurovapor-Finanzen geleistet. In den Anfangsjahren des historischen Dampfzuges der Kandertalbahn war er überwiegend als Zugschaffner tätig.
Sein grosser Traum war schon immer der Erwerb einer Gross-Dampflokomotive für den Verein. Mit eigenen Geldmitteln und mit Hilfe von weiteren Darlehensgebern, gelang es ihm dann im Jahre 1977, von der Deutschen Bundesbahn in Rheine die ölgefeuerte Dampflokomotive 41 073 vor der Verschrottung zu retten. Die Lok fand zunächst im Schuppen in Offenbach eine Unterkunft. Fortan hatte er und seine Familie fast die gesamte Freizeit mit der Betreuung der Lokomotive verwendet. Zahlreiche Reisen nach Rheine waren damals nötig, um wichtige Ersatzteile zu erwerben. Der Urlaub wurde mitsamt der Familie im Lokschuppen in Offenbach verbracht, wo er zusammen mit einigen wenigen Helfern mit dem Unterhalt der Lokomotive 41 073 begonnen hat. Als die Lok einige Jahre später nach Haltingen umstationiert werden konnte, verbrachte er auch dort weiterhin seine Freizeit bei seiner Lieblingslok.
Zu jener Zeit gelang es ihm, auch einige SBB-Schnellzugwagen vor der Schrottpresse zu retten. Es war nicht leicht, die Eurovapor von diesem Ziel zu überzeugen, hatte man sich dort doch vor Allem mit dem Erhalt von Dampflokomotiven beschäftigt. Zusammen mit Freunden wurden die Wagen restauriert. Bald hatte er einen historischen Schnellzug beisammen, der 1991 erstmals auf Sonderfahrt gehen konnte. Das war die Geburtsstunde des Nostalgie-Rhein-Express. Der NRE wurde so zu seinem Lebenswerk. Mit seiner Schaffenskraft, seinem unermüdlichen Willen und seiner charmanten Art hat er mit einfachen Mitteln und viel taktischem Geschick den Zug hier im Dreiländereck bekannt gemacht. Mit den schönen und erlebnisreichen Fahrten in der Schweiz, Deutschland und Frankreich, hat er unseren Fahrgästen grosse Freude bereitet.
Als langjähriger Sektionsleiter des Betriebes Basel-Haltingen war er der Förderer, der Antreiber für den Erhalt von historischem Eisenbahnerbe. Als Praktiker konnte er auf allen Ebenen sein Wissen einbringen. In dieser Tätigkeit war er ein ruhiger und sehr angenehmer Verhandlungspartner, der gewohnt war, Ziele auch über einen längeren Zeitraum konsequent zu erreichen. Ohne Manfred würde der Nostalgie-Rhein-Express in seiner heutigen Form nicht existieren. Seine menschliche, liebenswerte Art werden wir sehr vermissen.
Wir danken Dir, Manfred, für Deinen überdurchschnittlich hohen Einsatz und Deine bemerkenswert grosse Arbeit im Verein NRE, in der Eurovapor und überall, wo Du Dich einbringen durftest. Wir vermissen Dich, Deine liebenswürdige Art, Deinen unermüdlichen Willen für die Sache sehr.
Haben auch Sie das Bedürfniss, ein paar persönliche Worte an Manfred zu richten, dann haben Sie hier die Möglichkeit.
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